PayPal Fakten | Katharina Hermann | 2. Oktober 2015 | 4154 Views | 0 Comments

Der PayPal Meistertrick – Kontoverifizierung

annonym im Internet unterwegsOhne Personenverifizierung könnte es jeder sein der ein PayPal-Konto eröffnet | CC0 Public Domain / pixabay.de

Eine Kontoverifizierung soll den Kunden Sicherheit vorkaukeln. Zum Leidwesen unzähliger Opfer und Geschädigter findet keine Verifizierung der Personen statt. Dieses Drama zieht sich durch PayPal´s Laufbahn von der Eröffnung an bis heute. Abhilfe ist noch lange nicht in Sicht.

PayPal ist somit die einzige in Deutschland operierende lizensierte Bank welche auf gutglauben und ohne Kundenprüfung Konten eröffnet. Auch wenn es sich bei dem PayPal-Konto um ein sogenanntes e-Geld Konto handelt, werden dennoch echte Gelder im Nachhinein transferiert, gebucht und abgebucht. Ein wahrer Tummelplatz für Betrüger.

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PayPal´s Definition Kontoverifizierung

»Durchleuchten wir doch einmal den Begriff und PayPal´s Handhabung der so sicher klingenden und stets beworbenen Kontoverifizierung«

Was versteht PayPal darunter und wie wird die Kontoverifizierung gehandhabt? Für alle die sich denken das eine Kontoverifizierung gleichbedeutend ist mit einer Personenverifizierung gleich ein Schuß vor dem Bug. Nein, ist es nicht. Denn wie das Wort schon sagt wird lediglich ein Konto verifiziert. Nicht das Paypal-Konto und dessen Inhaber, sondern das bei PayPal hinterlegte Bankkonto.

Personendaten sind schnell ausgedacht und übermittelt

Personendaten sind schnell ausgedacht und übermittelt | CC0 Public Domain / pixabay.de

Verifiziert wird von PayPal in diesem Zusammenhang lediglich ob das angegebene Bankkonto existent ist und ob ein Zugriff auf das Bankkonto besteht. Und zwar Zugriff von denjenigen der sich bei PayPal als Neukunde registriert hat. Und selbst die Verifizierung wird erst für weitere Einkäufe mit PayPal als Zahlunsgmittel fällig, nicht für einen sofortigen Einkauf.

Für einen sofortigen Einkauf mit PayPal als Zahlungsmittel im Zusammenhang mit einer Neuregistrierung und bei PayPal noch unbekannten Bankdaten, können potenzielle Betrüger sofort mit Lastschrift bezahlen. Die einzigen Erfordernisse sind wie schon gesagt für PayPal unbekannte Bankdaten oder Kreditkartendaten und ein ausgedachter Name nebst Adresse. An diesem Punkt verweise ich immer wieder gerne auf das Sat1 Experiment.

Im Klartext gehen Betrüger folgendermaßen dabei vor. Es wird im Internet nach einem passenden Artikel geforscht (meistens bei eBay) der wenn es geht nicht per Post versendet werden muss. In einigen Fällen ist das aber auch nicht relevant da auch fiktive Postadressen von den Betrügern genutzt werden mittels anbringen eines neuen Briefkasten in einem Abrißhaus oder in sozialschwachen Gegenden wo niemand auf so etwas achtet.

Nachdem der passende Artikel gefunden wurde kaufen die Betrüger den und registrieren sich zeitgleich bei PayPal um die erforderliche Zahlung einzuleiten. Nach Angabe der Adressdaten und persönlichen Daten werden noch x-beliebige Bankdaten eingegeben. Entsprechende Kontodaten beziehen Betrüger meist aus den Mülleimern bei diversen Banken wo so manch einer seinen Kontoauszug oder seine Quittung achtlos entsorgt. Ein weiteres Mittel zur Datenbeschaffung sind Angaben aus dem Internet von Firmen, Kanzleien und vielen privaten Haushalten oder Annoncen in Portalen wo Kunden Ihre Bankdaten eingeben müssen.

Die Erstüberprüfung welche automatisiert abläuft passiert gleich nach der Eingabe der persönlichen Daten. Es erfolgt eine Schufa-Abfrage, eine Bonitätsanalyse über diverse Dienste wie Bürgel, Creditreform etc. und das war es auch schon. Das ausgedachte Namen nicht in der Schufa oder woanders registriert sein können, sollte auch PayPal bewusst sein und dementsprechend auf ein derartig sinnloses Verfahren verzichten.

Zahlungen mit PayPal empfangen gleicht einem Glücksspiel

Zahlungen mit PayPal empfangen gleicht einem Glücksspiel | CC0 Public Domain / pixabay.de

Sind bei der Erstüberprüfung keine Negativ-Merkmale aufgetaucht, wird das Kredit-Risiko nach einem festgelegten Schema eingestuft. Je nach Region, Wohnort, Herkunft, Alter, Geschlecht, Staatsbürgerscaft etc. wird das Kreditlimit festgelegt. In den meisten Fällen sogar bis zu 1.000,00 EUR.

Und schon kann der Betrüger die Ware bezahlen indem er ein Bankkonto eingibt was auch nicht seins sein muss von dem PayPal per Lastschrift abbuchen kann. Dazu reicht es schon aus das die angebenen Bankdaten noch nicht bei Paypal bekannt sind.

Es ist somit als Verkäufer ein wahres Glücksspiel an welche Art Käufer man gelangt. Paypal bucht den fälligen Betrag von dem angegebenen Konto ab, der Verkäufer versendet die Ware nach dem Zahlungseingang und erst ein paar Tage später fällt meistens der ganze Schwindel auf. Nähmlich dann wenn der echte Kontoinhaber eine Transaktion feststellt die von seinem Konto getätigt wurde. PayPal hat wieder einmal von einem nicht autorisiertem Konto Geld abgebucht.

Der Geschädigte Kontoinhaber braucht sich erst einmal keine Sorgen machen da er der Lastschrift widersprechen kann. Somit ist der Schaden für den Kontoinhaber begrenzt und kein wirklicher Schaden ist entstanden. Betroffene Kontoinhaber sollten dennoch Strafanzeige gegen PayPal erstatten wegen unberechtigten Kontozugriff.

Dieser geschah ohne autorisierung des eigentlichen Inhabers und Paypal hätte im Rahmen einer Personenverifizierung gleiches feststellen können und somit wäre es erst gar nicht zu einem Schaden und unberechtigten Kontozugriff gekommen.

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Auf Seiten des Verkäufers sieht es da schon anders aus. Nach der Rücklastschrift wird PayPal dem Verkäufer ebenfalls den Betrag abbuchen und der steht nun da. Kein Geld und keine Ware. So würde der Ablauf bei einem Betrug aussehen. Die alleinige Schuld in solchen Fällen trägt PayPal aus rechtlicher Sicht. Als lizenzierte Bank mit seinen Rechten und Pflichten hätte es erst gar nicht so weit kommen brauchen wenn ausreichende und vor allem sichere Überprüfungen im Vorfeld stattfinden würden.

Der eigentliche Hinweis für Sie als Leser soll sein, das die so sicher klingende Kontoverifizierung zum einkaufen mittels PayPal bei einer Neuregistrierung und bei unbekannten Daten überhaupt nicht stattfindet. Betrüger haben nicht vor auf lange Sicht das eigens für diesen einen Einkauf eingerichtete Paypal-Konto lange zu nutzen. Wenn Sie mit den eingebenen Daten auf die Nase fallen, dann probieren sie es gleich wieder mit anderen Daten. Und zwar solange bis sie auch Erfolg haben.

Aus intensiven Recherchen ging sogar hervor das so manch einer seinen Lebensunterhalt mit einer Summe von bis zu 3.000,00 EUR monatlich damit finanziert. Es ist ein Hobby und ein Sport für Betrüger die jahrelang bekannten Sicherheitslücken auszunutzen. Unter diesem Gesichtspunkt sollten auch Sie Nein zu PayPal sagen.

Was nutzt uns also diese Kontoverifizierung die lediglich für ehrliche Kunden gedacht ist und für einen sofortigen Bezahlvorgang im Zusammenhang mit einer Neuregistrierung auch nicht von Nöten ist? Gar nichts. PayPal überweist nach ein paar Tagen ein paar Cent auf die bei PayPal hinterlegten Bankdaten zusammen mit einem Zahlencode der als genau diese Kontoverifizierung dient und später bei Paypal eingegeben werden muss. Damit wird für PayPal bewiesen das ein Zugriff auf das bei PayPal hinterlegte Bankkonto möglich ist. Der Schaden ist aber dennoch schon durch Betrüger entstanden ohne Verifizierung.

Wie könnten wir ehrliche Kunden uns vor den Betrügern schützen? Mit einem simplem PostIdent Verfahren mittels Video PostIdent oder anderes, wären die persönlichen Daten verifiziert und es gäbe keine Möglichkeit mehr auf ausgedachte Namen wahllos Konten bei PayPal zu eröffnen. Warum PayPal kein PostIdent einführt ist bis Dato noch ungeklärt. Dem kommen wir aber auch noch auf die Spur.





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