Betrugsfälle | Katharina Hermann | 18. September 2015 | 2771 Views | 2 Comments

Warum ich Nein zu PayPal sage ist ganz klar

Sich umdrehen und wegsehenPayPal-Praxis ist sich umdrehen und nichts wissen oder ändern wollen | CC0 Public Domain / pixabay.de


Mit einem enormen Geldverlust von 2.350,00 EUR bin ich wie viele vor mir auch zu einem PayPal Opfer geworden. Der betrügerische Finanzdienstleister selbst fördert und unterstützt Betrug. Völlig bewusst wird die Kriminalität akzeptiert, gefördert, geduldet und den Betrügern weltweit wird Tür und Tor weit geöffnet.

In meinen Augen ist das Unternehmen eine strukturisierte und sehr gut organisierte halbkriminelle Vereinigung. Getarnt als lizenziertes Luxemburger Bankunternehmen arbeitet PayPal mit mafiösen Methoden und kriminellen Verhaltensweisen. Sämtliche Machenschaften sind rabiat und ohne jede Moral.
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Strukturiert organisierte Opferwirtschaft

»Durch jahrelang bekannte Sicherheitslücken erlitt ich einen finanziellen Gesamtschaden von mehreren tausend Euro in nur ein paar Tagen«

PayPal Kontoauszug August 2014

Das ist nur ein sehr kleiner Teil aus meinen Kontoauszug von August 2014
© by Katharina Hermann

Was ist passiert? Warum sage ich so etwas und warum stehe ich auch dazu? Warum bemühe ich mich mit dieser Webseite Nutzer sowie Nichtnutzer von PayPal auf die Machenschaften dieses Unternehmens hinzuweisen um Sie vor den Betrügereien zu warnen? Warum kann ich guten Gewissens und mit Recht behaupten, das kriminelle Handlungen bewusst geduldet und durch das Unternehmen selbst ermöglicht werden. Das dieses Unternehmen selbst kriminell handelt?

Durch den einfachen Mangel an Prüfung auf Echtheit der Inhaber und Kontodaten der PayPal Konten, einfach nur durch fehlende Verifizierung der echten Person, entstand mir innerhalb weniger Tage, ein Gesamtschaden von ca. 2.350,00 EUR. Und so ist es passiert.

Es wurden eBay Verkäufe in Höhe von ca. 4.300,00 EUR, wie üblich via PayPal abgewickelt. Alles war nach den eBay-Kaufabwicklungen ebenfalls wie üblich gut.

Die Bezahlung erfolgte durch die Käufer umgehend und das Geld kam auch problemlos auf meinem PayPal Account an. Nach jeder Zahlungseingangsmail mit dem Vermerk ich könne die Ware jetzt versenden, versendete ich auch die Ware zeitnah an die jeweils hinterlegten Versandadressen.

Es waren auch alles unterschiedliche Käufer auf eBay, es waren dementsprechend auch unterschiedliche PayPal Accounts von denen das Geld kam und es waren ca. 70 Transaktionen insgesamt. Kein Verdacht war zu schöpfen das es sich eventuell um gestohlene Kreditkarten-/ Bankdaten handeln könnte mit denen via PayPal die Bezahlung abgewickelt wurde. Das Unternehmen sagt ja auch ständig es sei alles sicher und es würde umfassender Schutz für Käufer und für Verkäufer geboten. Selbst bei Zahlungsausfall oder eben bei PayPal Betrug.

Es waren Geldbeträge von ca. 7,00 EUR bis 350,00 EUR dabei. Nachdem jedoch 3 Tage vergangen waren und die Waren auch schon versendet waren, fing PayPal auf einmal an, Verkäufe in einem Wert von insgesamt ca. 2.350,00 EUR zu stornieren. Kleine Summen sowie auch größere. Selbst 4,90 EUR Summen wurden storniert. Ich war enorm sauer darüber und rief auch mehrfach beim Kundendienst an um aufgeklärt zu werden was da eigentlich genau passiert ist.

Auf Nachfrage hin von mir wurde vom Kundendienst jedoch immer nur angegeben, das es sich bei ca. 40 von den 70 Transaktionen um nicht durch den Kontoinhaber authorisierte Transaktionen handelt. Wie kann so etwas denn sein bei so vielen Transaktionen von verschiedensten eBay-Käufern dessen Daten (Name, Adresse etc.) auch mit den Daten bei PayPal übereinstimmten? Das ist mehr als 50% der abgewickelten Transaktionen in den letzten drei Tagen. Wie ist so etwas möglich?

Screenshot von www.infernhackware.8m.com/help.htm

Konten hacken und plündern ist mit dieser Software kein Problem, die Hackersoftware ist im Internet frei erhältlich, Screenshot von www.infernhackware.8m.com/help.htm
© by Katharina Hermann

Es war wie ein „beraubt werden“, wie ein kräftiger Schlag in´s Gesicht. Mit einem Rutsch hatte ich auf meinem PayPal Konto einen Minusbetrag in Höhe von ca. 1.700,00 EUR und mein noch vorhandenes Guthaben in Höhe von ca. 650,00 EUR war ebenfalls komplett verschwunden.

Jegliche Telefonate mit dem sehr unfreundlichen Kundendienst und weitere Beschwerden am Telefon führten zu nichts. Auf Emails und Fax wurde erst gar nicht reagiert. Im Gegenteil, ich wurde massiv per Email und auch per Telefon unter Druck gesetzt und aufgefordert mein Konto umgehend auszugleichen da es sonst zu Sanktionen kommen könne.

Häää…? Spinnen die jetzt komplett? Die Ware war von mir schon längst versendet und es gab keine Chance etwas zurück zu holen. Auch war die versendete Ware nicht, wie beworben, versprochen und angepriesen, im Verkäuferschutzrahmen problemlos abgesichert. Somit habe ich in nur drei Tagen alles verloren. Das Geld war weg, die Ware war ebenfalls weg und falsch gemacht hatte ich als Verkäufer rein gar nichts. Ich hatte ja sämtlichen Aussagen über die sicheren Abwicklungen vertraut. Dem ist wohl doch nicht so und es sind einfach nur leere Worte die uns Kunden täuschen sollen.

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Die leeren Verkäuferschutz Versprechen

»Der Verkäuferschutz hat eine ganz eigene Definitionen und wird je nach Bedarf ganz unterschiedlich ausgelegt«

Bei den daraus resultierenden Problemen, tauchten mit einem Male ganz merkwürdige Klauseln auf was über den Verkäuferschutzrahmen abgedeckt ist und was nicht. Selbst mit Versandbelegen der Ware etc. war auf einmal nichts mehr im Verkäuferschutzrahmen abgesichert. Es wird auch nicht der rechtliche Unterschied akzeptiert zwischen Materieller Ware und Immaterieller Ware. Gleichwohl dieser Unterschied im deutschen Recht sehr gut ausgelegt ist. Das deutsche Recht interessiere nicht hieß es am Telefon und Basta. Wie bitte? Was ist das denn für eine Aussage?

Urplötzlich war auf einmal jede Art von Ware nicht im angepriesenem und beworbenen Verkäuferschutzrahmen abgesichert. Das Geld war also demnach für immer futsch und mich ließ man ohne konkreter Hilfe oder konkreten Aussagen zur Hilfe im Regen stehen. Alles was mir daraufhin zum kleinen Trost blieb, waren sofortige Strafanzeigen (09/2014) gegen unbekannte Betrüger und gegen PayPal selbst. Als Beihelfer zum Betrug und zum Betrüger hat sich dieses Unternehmen ja durch identischen PayPal Betrügereien selbst gemacht. Jahrelang bekannte Sicherheitslücken werden bewusst nicht geschlossen. Anscheinend verdient es sich an dem Betrug sehr gut mit.

Polizeiautos vor einem Poilzeirevier

Eine Anzeige nach dem Betrug bei der Polizei zu machen, ist enorm wichtig für die weiteren Ermittlungen
CC0 Public Domain / pixabay.de

Danach kam es aber noch schlimmer. Einige Tage nach den Rückabwicklungen meldete sich doch tatsächlich ein Inkassounternehmen telefonisch und verlangte energisch die „sofortige“ Ausgleichung meines Kontos. Noch Tage darauf kamen Emails mit dem Hinweis ich solle mein Konto umgehend ausgleichen da sonst ein Anwaltliches Inkassounternehmen eingeschaltet würde. Die Rechtsanwaltskanzlei KSP meldete sich dann auch zeitnah bei mir und stellte tatsächlich noch Forderungen. Der Rechtsstreit dauert immer noch an.

Nachdem nach meinen Strafanzeigen die polizeilichen Ermittlungen in den verschiedenen Bundesländern (Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) begannen, kam heraus das die von PayPal zur Zahlungsabwicklung belasteten Bankkonten allesamt von ahnungslosen Inhabern waren die mit dem Unternehmen rein gar nichts zu tun hatten. Die echten Kontoinhaber waren nicht einmal Kunden und kannten derartige Bezahldienstleistungen gar nicht.

Ebenfalls waren die meisten auch in einem so hohen Alter wo der Gang zum Plausch in die Bank beliebter ist, als irgendein fremdartiges „neues“ Online-Banking. Daraus lässt sich eigentlich nur schließen, das auf ahnungslose ältere Mitmenschen einfach ein PayPal Account zum Betrug eröffnet wurde von den Betrügern. Es wurden demnach fremde Bankkontodaten und fremde Kreditkartendaten sofort hinterlegt und es wurde auch gleich darauf im Anschluß munter eingekauft. Lastschriftabbuchungen von den angegebenen Bankdaten oder Kreditkartendaten wurden ohne sonderliche Verifizierungen oder Prüfungen sofort akzeptiert. Ist das etwa die berühmte Sicherheit die stets beworben und erwähnt wird?

Es ist wohl augenscheinlich völlig egal wem das angegebene Lastschriftkonto in Wahrheit gehört solange der angegebene Name nebst Adresse einer simplen Standard Bonitätsprüfung standhält. Hauptsache es ist ein deutsches Kreditkartenkonto oder Lastschriftkkonto angegeben worden, von dem dann abgebucht werden kann. Somit ist es auch völlig egal das es sich dabei um gestohlene Daten handeln kann. Insbesondere ältere Menschen sind fast immer Kreditwürdig. Also ist diese simple Standard Bonitätsprüfung keine große Hürde für Betrüger.

Das derartige Betrügereien so problemlos mittels fiktiven Daten möglich sind, hat mich echt umgehauen. Nachdem ich viel im Internet recherchiert und auch noch sehr viel über die Häufigkeit und Masse der Standard Bonitätsprüfung erfahren habe, war ich um so mehr geschockt welche Betrugsvarianten alle möglich sind. Das traurige daran ist jedoch das diese Sicherheitslücken bekannt sind und dennoch nicht geschlossen werden. Es grenzt wirklich schon an bewusster Unterstützung durch identischen PayPal Betrügereien für Betrüger als Plattform selbst. Dieses unverantwortliche Verhalten fordert Betrüger regelrecht zum Betrug auf. Machen hier etwa beide Parteien halbe halbe zum Schaden Dritter?

Auswertung einer Statistik

Gehen die finanziellen Verluste der Firma in die Höhe, müssen meistens die Kunden bluten und die Löcher füllen
© by M. Gapfel / pixelio.de

Wie üblich wurden alle eingehenden Zahlungen erst einmal abgewickelt als wäre alles in Ordnung. Es gab vorab und während den Transaktionen auch nichts zu beanstanden und alles war wie immer.

Dabei wurde aber in Wahrheit weder die Echtheit der Daten der Käufer geprüft, noch die Echtheit der Inhaber der angegebenen Bankdaten oder Kreditkartendaten. Hauptsache es lagen Daten vor um von denen fleißig abzubuchen.

Erst als PayPal selbst nicht an das Geld kam von den angegebenen Konten wegen Rücklastschriften etc. und quasi der Betrug sichtbar wurde, wurden die Transaktionen rückgängig gemacht um sich selbst zu schützen, um selbst keinen Schaden zu erleiden. Eine lizensierte Bank sollte meiner Meinung nach für Ihre Unzulänglichkeiten und selbst verursachten Fehler auch voll haften. Im zivilrechtlichem Sinne sowie im strafrechtlichem Sinne. Später hat sich auch durch Recherchen herausgestellt das dieser gleiche Sicherheitsmangel schon seit Unternehmensgründung bekannt ist und der Mangel wurde bis heute nicht beseitigt was klar eine Unterlassung ist.

Ehrliche Kunden wissen bestimmt alle nicht, das jeder „Max Mustermann“ oder gar „Donald Duck“ mit gestohlenen Daten ein Konto eröffnen können. Ein Konto was sofort für das Shopping im Internet freigeschalten ist ohne irgendeiner Art von Verifizierung nach dem KYC-Prinzip obwohl die Verifizierung nach dem KYC-Prinzip Pflicht ist. Nach nationalen, europäischen und internationalen Recht.

Im Sat1 Experiment hat akte2013 genau dieses Vorgehen getestet und erschreckende Erkenntnisse darüber erlangt wie einfach über PayPal betrogen werden kann. Es ist sofort nach Kontoeröffnung ein komplett kostenloses Shoppen möglich durch Angabe von fremden Bankdaten. Es muss auch nicht darauf gewartet werden ob das Konto verifiziert wurde oder nicht.

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Mein Fazit über die Mafia-Methoden

»Nur durch die Mutter eBay kam die Tochter PayPal in Deutschland zu seinen vielen Kunden, aber brauchen wir diesen betrügerischen Internetbezahldienst wirklich?«

Das schlimmste in meinen Augen ist der Fakt und die Tatsache das diese Sicherheitslücken seit Gründung des Unternehmens bekannt sind und auch heute noch ignoriert und nicht beseitigt werden. Weiterhin die Tatsache das es auch gar keinen echten Verkäuferschutz gibt und Transaktionen rückabwickelt werden können zum Schaden des ehrlichen Verkäufers der nun gar nichts für derartige Betrügereien kann. Aber die Krone ist natürlich der Fakt  das geltendes Recht nicht akzeptiert wurd und internes ausgedachtes Recht über dem geltendem juristischem Recht steht.

Folie vor dem Gesicht

PayPal akzeptiert wohlwollend und unterstützend Identitätsdiebstahl, echte Personen Prüfung nach dem KYC-Prinzip um Betrug zu stoppen sind für den Finanazdienstleister überflüssig
CC0 Public Domain / pixabay.de

Wenn derartige Betrügereien bewusst zugelassen werden weil man an der Buchungsquelle sitzt und je nach Bedarf auch eigenwillige Buchungen vornimmt, dann ist dieses Verhalten kalkulierbar, unterlassend und hochgradig Kriminell einzustufen. Ob als unterstützende Betrugsplattform oder gar als Betrüger selbst.

Je nach Bedarf wird Kundengeld hin und her gebucht um selber keinen finanziellen Verlust zu erleiden. Es ist und bleibt aber dennoch das Geld der Kunden mit dem hier munter gespielt wird. PayPal und Betrüger bilden in diesem Zusammenhang eine wahre Symbiose und Einheit. Beide sind aufeinander so gut und perfekt eingespielt, das weder das Unternehmen selbst noch der Betrüger einen Schaden erleidet.

Das sollte uns allen zu denken geben. Eine Frage stellt sich mir immer wieder nach all dem erlebten und recherchierten. Brauchen wir solch einen Internetbezahldienst überhaupt der sämtliche Vorschriften und Richtlinien mißachtet? Sind wir von der gewaltigen Popularität des ehemaligen eBay-Tochter Konzern so fasziniert das wir ihm einfach blindes Vertrauen schenken weil diese uns seinerzeits quasi von der Mutter eBay aufgezwungen wurde? Gibt es denn keine besseren und vor allem sicheren Alternativen die Online-Zahlungen auch sicher abwickeln?

Die gibt es durchaus und sollten durchaus von uns ehrlichen Kunden wahr genommen werden. Weitere Antworten auf offene Fragen, sowie verschiedene Fälle zu PayPal Opfern und PayPal Betrug, finden Sie hier im NZP-Desk oder auch im NZP-Forum. Nur gemeinsam und nur im Verbund können wir gegen das beschämend rabiate und sehr kriminell strukturierte Verhalten der großen Europäischen e-Geld Bank vorgehen.

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2 Kommentare zu "Warum ich Nein zu PayPal sage ist ganz klar"

  1. Ein Albtraum. Ich sende Dir mein Mitgefühl. Ab 2022 ist Schluss mit PP bei eBay, Mal sehen ob es eBay dann noch gibt und ob es andere, wie dann Adyen, es besser machen.
    Alles Gute,
    Matthias

  2. Ich bin dabei, Kampf diese ( nicht nur Luxemburger ) Arschlöcher von PayPal.
    Der Kopf der Bande sitzt doch in den USA. Die denken doch die sind unantastbar. Wenn keiner mehr diesen scheiss nutzt, ( Paypal und ebay scheiss )dann gibt es keinen Zuwachs und die können dicht machen.

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